- Kinderhaut Kompass
- Posts
- JAK-Inhibitoren bei schwerer Neurodermitis
JAK-Inhibitoren bei schwerer Neurodermitis
Wie die neuen Tabletten Kinderleben verändern können
Hallo liebe Eltern 👋
vergangene Woche haben wir über das Biologikum Dupilumab gesprochen. Wenn normale Cremes bei Neurodermitis nicht mehr ausreichen, können solche Medikamente Kinderleben verändern. Heute geht es um eine weitere neue Behandlungsmöglichkeit für hartnäckige Fälle: Januskinase-Inhibitoren, kurz JAKi. In dieser Folge verraten wir dir, was diese Therapie kann – und wann sie für dein Kind sinnvoll ist.
👉 Du erfährst:
✅ Wie JAKi die Entzündung gezielt stoppen
✅ Ab welchem Alter sie zugelassen sind und welche Kontrollen nötig sind

Hier kommst du direkt zur Podcastfolge 🎧
Wann JAK-Inhibitoren eine Option sind
Bei Neurodermitis senden entzündliche Botenstoffe ständig Fehlalarme und aktivieren die “Neurodermitis-Schaltzentralen” in der Haut. JAK-Hemmer blockieren diese Schaltstellen und sorgen dafür, dass sich das Immunsystem beruhigt, der Juckreiz nachlässt und Entzündung herunterfährt.
Viele Kinder spüren schon in den ersten zwei Wochen deutlich weniger Juckreiz.
Auch Rötungen und Trockenheit bessern sich meist innerhalb des ersten Monats.
Eine Behandlung kommt infrage, wenn:
die Neurodermitis mittelschwer oder schwer ist
starker Juckreiz besteht
Schlaf, Schule oder Psyche belastet sind
Cremes mit Kortison/Calcineurininhibitoren nicht ausreichen
der
Zugelassen sind die JAK-Hemmer teilweise bereits ab zwei Jahren. Die Dauer der Behandlung wird individuell festgelegt. Oft wird das Medikament über viele Monate oder Jahre eingenommen – solange Wirkung und Sicherheit bestehen. Die Kosten übernehmen gesetzliche und private Krankenkassen.
Nebenwirkungen – was du wissen musst
Eine Frage, die sich viele Eltern stellen: Wird mein Kind durch die Einnahme von JAK-Inhibitoren „immunschwach“?
Die Antwort: Nein! Das Immunsystem wird nicht ausgeschaltet. Bestimmte Infekte können lediglich etwas häufiger auftreten, vor allem bei höheren Dosierungen. Regelmäßige Blutkontrollen gehören außerdem zur Therapie.
Nebenwirkungen treten bei Kindern insgesamt seltener auf als bei Erwachsenen, können aber vorkommen:
Akneartige Pickel (häufiger bei Jugendlichen)
Atemwegsinfekte
Kopfschmerzen
Übelkeit
Herpesinfektionen
Fazit 💬
JAK-Hemmer sind keine Therapie der ersten Wahl – aber eine wichtige Option, wenn alles andere ausgeschöpft ist. Sie können sehr effektiv und schnell helfen, die Haut zu beruhigen – und endlich wieder besser zu schlafen.
Die Vorteile:
schnelle Juckreizlinderung
gezielte Wirkung ohne eine komplette Unterdrückung des Immunsystems
Tablette statt Spritze
Nebenwirkungen gut kontrollierbar
Aber: regelmäßige Arztkontrollen notwendig

Diese Empfehlungen ersetzten nicht die professionelle ärztliche Beratung. Bitte wende dich mit konkreten Fragen an einen Haut- oder Kinderarzt. Sollten Produkte genannt oder empfohlen werden, handelt es sich um unbezahlte Werbung.
Wir freuen uns von dir zu hören! Für Lob, Kritik, Themenwünsche und sonstiges, klicke 👉 hier 👈.
Das war’s für diese Woche! Mit hautfreundlichen Grüßen und bis nächsten Sonntag,
💛 Benedikt von der Kompass Redaktion
Reply